Warum sind bei Schweineställen oftmals Fenster verdunkelt, ist das rechtlich ok und schadet das den Tieren nicht?

Die Frage war auf Schweine- und Geflügelbetriebe bezogen, ich kann hier nur die Situation im Schweinebereich erklären, im Geflügelbereich kenne ich die rechtlichen Anforderungen nicht.
Die Lichtverhältnisse in Stallungen sind ähnlich wie an unseren Arbeitsplätzen eindeutig geregelt, auch das AMA Gütesiegel beschreibt die Anforderungen ganz genau.
1) Ein Stall muss 3% Fensterfläche im Bezug auf die Grundfläche aufweisen.
2) Im Tierbereich des Stalles ist über mindestens acht Stunden pro Tag eine Lichtstärke von mindestens 40 Lux zu gewährleisten.
3) Reicht der natürliche Lichteinfall trotz Einhaltung der Fenster-Mindestfläche nicht aus, muss zusätzlich eine automatisch gesteuerte, künstliche Beleuchtung vorhanden sein.
Das ist als Tierhalter einzuhalten Punkt.
Wenn man mittels Styroporplatten die Fenster abdeckt, muss man die Lichtstärke trotzdem erfüllen. Der Grund warum manche Bauern solche Platten im Winter innen vor die Fenster geben ist,
dass sie damit Zugluft für die Tiere vermeiden wollen. Die Stallfenster sind bei weitem nicht so dicht wie Wohnraumfenster und speziell bei alten Fabrikaten kann da schon Zugluft entstehen und die kann wirklich große Probleme im Tierbestand machen, ist für die Tiere auch echt unangenehm. Übrigens ist Zugluft die häufigste Ursache für das Schwanzerlbeissen. Soll heißen die Bauern denken sich da schon was dabei, müssen aber natürlich auch darauf achten, dass trotzdem genug Licht im Stall ist. Ich nehme Styroporplatten, wenn ich einen Stall nach der Reinigung für eine neue Ferkelpartie aufheize, damit keine Wärme durch die Fenster verloren geht. Wenn die Ferkel kommen nehme ich die Platten dann wieder weg.

Werner Pail, Obmann Saugut